Die Preisträgerinnen 2025/26

Die Preisträgerin Lara Draghinazzi und ihre Arbeit

Schon in ihrer Schulzeit hat sich Lara Draghinazzi für Technik interessiert, denn sie machte ihr Abitur mit dem Profil Luft- und Raumfahrt. Es folgte ein duales Bachelorstudium im Schiffsmaschinenbau bei gleichzeitiger Ausbildung zur Industriemechanikerin. Während ihres Studiums in der Produktionstechnik mit dem Schwerpunkt Materialwissenschaften verbrachte sie ein Jahr in Neuseeland.

Während ihres Masterprojekts arbeitete sie u. a. eng mit der Hochschule Bremen, zwei regionalen Unternehmen und dem Leibniz-Institut für Werkstofforientierte Technologien (IWT) zusammen, an dem sie heute als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig ist. Die Masterarbeit von Lana Draghinazzi zeigt erstmals, dass sich aus Algen umweltfreundliche Schmierflüssigkeiten herstellen lassen. Damit liefert die Absolventin der Universität Bremen wichtige Impulse für nachhaltige Technologien und den Einsatz nachwachsender Rohstoffe. 

Derzeit basieren die meisten Hydraulikflüssigkeiten in Maschinen auf Mineralöl, besonders auch in mobilen Anlagen mit direktem Umweltkontakt. Hinzu kommen toxische Additive. Leckagen führen zu erheblichen Umweltbelastungen. Alginat, ein aus Braunalgen gewonnener, biobasierter Stoff, bietet hier eine vielversprechende Alternative: Alginat ist ökologisch unbedenklich und erneuerbar. Und da Algen bei ihrem Wachstum in der Natur viel CO₂ speichern, tragen sie zu einer positiven Klimabilanz bei.
Die Arbeit zeigt, dass alginatbasierte Fluide – kombiniert mit geeigneten, bioverträglichen Zusatzstoffen – vergleichbare Eigenschaften wie konventionelle Hydrauliköle erreichen können. Damit eröffnen sich neue Wege, fossile Ressourcen zu ersetzen und Umweltrisiken deutlich zu reduzieren.
Die Ergebnisse dieser Masterarbeit werden bereits in der industriellen Entwicklung weiterverwendet und bilden die Grundlage für sich anschließende Forschungsprojekte im Bereich umweltverträglicher Hydrauliksysteme.

Das Foto zeigt Lana Draghinazzi mit ihrem Zweitgutachter Dr. Lars Langenhorst.

Die Preisträgerin Shadi Attarha und ihre Arbeit

Shadi Attarha verfügt über ein Diplom in Mathematik und Physik. An der Universität von Isfahan machte sie ihren Bachelor in Informationstechnologie. Es folgte ein Master of Science in Computernetzwerktechnik, eine Position als wissenschaftliche Mitarbeiterin bei OFFIS in Oldenburg und schließlich die Promotion in der Elektrotechnik an der Universität Bremen mit Summa Cum Laude. Heute interessiert sich sogar das MIT für Shadi Attarha, aber sie versichert, erst einmal in Bremen bei ihrer Betreuerin, Prof. Dr. Anna Förster (links im Bild), bleiben zu wollen und weiter an ihrem Ziel, das sie seit Kindertagen hat, zu arbeiten: Die Welt ein Stück besser zu machen.

Shadi Attarha untersucht in ihrer Doktorarbeit, wie sich Fehler in Sensoren der smarten Landwirtschaft frühzeitig erkennen lassen, um Messprobleme zu vermeiden. Damit leistet die Elektrotechnikerin einen wichtigen Beitrag zur Nachhaltigkeit, da technische Geräte länger genutzt werden können und präzisere Informationen für die Farmer liefern.
Im Fokus ihrer Forschung stehen vernetzte Sensoren im Internet der Dinge (Internet of Thing – IoT), die in der modernen Landwirtschaft zunehmend eingesetzt werden. Das Internet der Dinge wiederum steht für die Vernetzung von Objekten mit dem Internet, so dass diese Geräte untereinander Daten austauschen können. Diese Technologie ermöglicht einen effizienteren Einsatz von Energie, Wasser sowie Betriebsmitteln wie Dünger oder Pestiziden und kann insbesondere Kleinbauern unterstützen.
Da Sensoren jedoch anfällig für Störungen sind, entwickelt Shadi Attarha innovative Algorithmen, die die Datenqualität in Echtzeit überprüfen und so die Zuverlässigkeit der Systeme deutlich erhöhen. Die frei verfügbaren Lösungen sind für alle Plattformen einsetzbar. Partner kamen aus Sri Lanka, Kamerun und Thailand.