Die Jury-Entscheidung 2025/26

Bis die Jury – hier im Bild Dr. Rita Kellner-Stoll bei der Unterzeichnung der Urkunden – zu einem Ergebnis auf ihrer Sitzung am 27. Februar 2026 gekommen war, galt es, noch einmal die Kriterien für die Preisvergabe zu klären. Zugrundeliegt der Auszeichnung ein breites Verständnis von Nachhaltigkeit. Je besser eine Arbeit mehrere Aspekte einbezog, um so höher standen die Chancen, in die Endauswahl zu kommen.

Alle drei Dissertationen erfüllten die Vorgaben für den Preis. Shadi Attarha hatte mit elektronischen Möglichkeiten gerade kleinen Farmern in sog. Entwicklungsländern eine Möglichkeit eröffnet, ihren Anbau zu optimieren, damit z. B. die Düngergaben punktgenau vorzunehmen und in der Regel zu reduzieren, das wiederum heißt Kosten zu sparen und Ernteerträge zu erhöhen. Außerdem kann durch die Anwendung ihrer Algorithmen die Lebensdauer von Geräten verlängert werden. Die Arbeit selbst war überzeugend und von hoher Innovationskraft. Außerdem ist eine unkomplizierte Übertragbarkeit auf andere Anwendungsfelder möglich, z. B. in die Gesundheits- und Pflegewissenschaft. Die Entscheidung für diese Arbeit wurde unter dem wichtigen Hinweis getroffen, dass auch die beiden anderen Nominierungen alle Kriterien für die Preisvergabe erfüllten und würdig gewesen wären, den Preis zu erhalten. Das finale Votum wurde ausdrücklich nicht gegen die anderen Bewerbungen, sondern für diese eine gefällt.

Mindestens genaus schwer fiel es der Jury – zwei Mitglieder waren von extern zugeschaltet -, zu einem Ergebnis in der Kategorie Masterarbeiten zu kommen. Letztlich wurde einvernehmlich entschieden, Lara Draghinazzi den Preis zuzuerkennen, weil sie zum einen auf erneuerbare Ressourcen setzte, fossile Rohstoffe, die in hohem Maße immer noch Verwendungen finden, substituieren konnte und einen Weg wies, bislang übliche toxische Zusatzstoffe, die Grundwasser und die Umwelt belasten, zu vermeiden. Außerdem war die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Partnern und Unternehmen aus der Region sehr überzeugend. Die Anwendung des Erforschten in der Praxis ist hochwahrscheinlich. Könnte sich die komplett biologisch abbaubare Hydraulikflüssigkeit aus Braunalgen durchsetzen, wären Hundertausende von Tonnen Erdöl ersetzbar. Diese Kombination aus vielfältigen Nachhaltigkeitsaspekten hat die Jury letztlich überzeugt. Allerdings gilt auch hier: jede andere Bewerbung hätte es ebenso verdient gehabt, den Preis zu erhalten.